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Alt 31. December 2011, 12:39   #21
Frank McColbert männlich
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Zitat von moodle Beitrag anzeigen
Ich betrachte das Leben in seiner Ganzheit. Wenn ich die Farbe Orange sehe, denke ich nicht an Rot und Gelb, sondern an Orange. Und genauso ist es mit der wechselseitigen Einflussnahme von Individuum und Gesellschaft. Du kannst nicht eines isoliert betrachten und die Indikatoren des Anderen außer Acht lassen. Es bedingt einander.
Deine Analogie funktioniert nicht. Bei Orange kann ich halt auch denken "Oh Gott was ist das denn für eine behinderte Farbe.". Wobei das für Orange natürlich nicht gilt. Orange ist eine ziemlich gute Farbe, fast so gut wie Grün.
Aber sagen wir mal, alle in der Gesellschaft machen ihre Wände orange und erwarten, dass alle anderen auch orange Wände haben. Und dann komme ich und mache meine Wand grün. Individualismus, weil ich grün halt besser finde, weil ich zB als Kind oft auf einer grünen Wiese gesessen habe und das voll geil fand.

Oder habe ich falsch verstanden, worauf du hinaus willst?
Es klingt für mich ganz so, als würdest du Individualismus als mögliche Erscheinung verneinen wollen, obwohl sowohl denkbar als auch beobachtbar. Ich habe ja nicht behauptet, dass nicht irgendwer was dazutat, etwa, dass mich jemand auf eine grüne Wiese gesetzt hat - aber es ist halt auch nicht alles gewollt, sondern vieles auch Zufall, und Individualismus einfach nur die Entscheidung für das - wie auch immer entstandene - Eigene ungeachtet des Drumherums. (Ob das Umfeld es nun genauso tut oder nicht.)
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Geändert von Frank McColbert (31. December 2011 um 12:41 Uhr)
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Alt 31. December 2011, 13:22   #22
Sokrates männlich
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Bin nicht sicher ob du mich verstanden hast weil ich glaube deinen Beitrag nicht verstanden zu haben.

Ich habe gemeint, dass man Individualismus (rot) und Gesellschaft (gelb) nicht voneinander getrennt betrachten kann wenn man das Leben/einen Menschen (orange) sieht. Also für mich gibt es tatsächlich keinen beobachtbaren Individualismus weil alles was individuell ist ebenso gesellschaftliche Einflussfaktoren im Hintergrund hat und alles was gesellschaftlich ist durch individuelle Faktoren determiniert wird.

Also ich sehe "Mensch setzt sich auf Wiese" (orange) was sich aus "Eltern gingen mit ihm oft in den Park; waren schöne Erlebnisse und seither liebt er auf Wiesen zu sitzen" (gelb) und "er hatte gerade Lust sich in die Wiese zu setzen um zu entspannen" (rot).
Also mit gesellschaftliche Einflüsse meine ich keineswegs nur Herdentierverhalten. Das ist ein großes Missverständnis; gesellschaftliche Determinanten umfassen viel mehr.
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Nach reiflicher Überlegung und meiner Hochzeit bin ich zu dem Entschluss gekommen glücklich zu sein.
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Alt 31. December 2011, 13:50   #23
Frank McColbert männlich
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Ah, dann hast du auf einer ganz anderen Ebene argumentiert als ich dachte.

Tjah, ich find's trotzdem nicht richtig:
Individualismus (Was ich will.) ist sinnhaft unterscheidbar von Konformismus (Was die anderen wollen.) und Nonkonformismus (Immer das, was die anderen nicht wollen, möglichst im Rudel.).

Dafür ist die Prägung des Charakters (gesellschaftlich und nicht-gesellschaftlich) erstmal egal, weil Individualismus mit einer solchen Prägung einhergehen kann, ohne weniger individuell zu sein. Viel mehr noch: Meine individuelle Erfahrung (auch gesellschaftlich!) lässt mich handeln, unabhängig davon, ob die gesellschaftliche Erfahrung den "gesellschaftlichen Willen" in das Individuum verinnerlicht hat oder gar gegenteilig.

Die Frage ist die Motivation: Tue ich es, weil ich eine Erwartungshaltung spüre, tue ich es, weil ich eine Erwartungshaltung verletzen möchte, oder tue ich es, weil ich selbst es als richtig empfinde.

Deine Betrachtung im größeren Rahmen (Annahme von gesellschaftlichen Einflüssen zur Prägung des Individuums) mag zwar umfassender sein, aber meistens kann man gar nicht sagen, warum jemand etwas gern mag oder nicht, und wenn, so tut dies der Betrachtung des Individualismus auch keinen Abbruch - ob du sie als spezifische Teilbetrachtung gern hast oder nicht.

Beispiel #1: Ich hasse rauhe Holzlöffel, weil sie sich unangenehm anfühlen.
Beispiel #2: Ich schreibe rauh mit h, weil ich es als richtig empfinde.

Beides sehr individuell!
Ich bin eine spezielle Schneeflocke, wirklich.
(Bei Oma am Esstisch konformiere ich dann aber doch ganz hervorragend!
Und Hamburg ist eine tolle Stadt, um sich anonym via Nonkonformismus zu amüsieren.
PUBLIKUM!)
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Geändert von Frank McColbert (31. December 2011 um 13:51 Uhr)
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Alt 25. April 2012, 11:46   #24
BabyI'veLostmyPW männlich
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Zitat:
Zitat von bumble bee Beitrag anzeigen
ich persönlich habe mühe, mich einer gruppierung anzuschliessen.
als teenager fand ich die gothikszene interessant. man behauptete, das wären alles tolle, tiefgründige menschen. nach meiner erfahrung ist diese szene genauso oberflächlich und voller vorurteile, wie die leute, die nicht nur schwarze kleidung tragen. es geht sogar noch mehr ums aussehen und teure klamotten.

.
Das war aber auch mal so wie die positiven klischees das behaupteten, ist halt mehr und mehr zu nem modetrend geworden. In den 80er waren das hauptsächlich mehr oder weniger links eingestellte Leute mit überdurchschnittlichen Bildungsniveau. Davon fühlen sich immer noch einige der szene angezogen aber die Mehrheit erscheint mir mittlerweile auch in dem Licht wie du's schilderst. Aber naja, dafür haben wir ja jetzt die Nerd subkultur

Zitat:
Zitat von moodle Beitrag anzeigen

Selbst der Individualismus ist schon sehr überzeugend angeknackst worden. Nicht von den Realisten, aber von den Intersubjektivisten und teilweise auch den Sozialkonstruktivisten und ein paar philosophischen Soziologen. Ich bin zwar der Meinung, dass ich mich selbst bestimme, aber ich bin mir im Klaren, dass es weit mehr gibt, dass es ein kollektives Unbewusstes gibt, dass es Massenpsychologie gibt, dass es Systemeinflüsse jeder Art gibt und mein Verhalten auch stark von der Vergangenheit geprägt wurde. Wenn man das alles kombiniert, könnte man meinen man sei ein Produkt der Umwelt; das kombiniert mit meinem überzeugten Subjektivismus (Konstruktivismus) ergibt wiederum so ziemlich die Mitte (nunja, nicht ganz; ich neige trotzdem in Richtung Subjektivismus zu tendieren wenn ich ernsthafte Diskussionen führe).

Aber als konservativer Progressivist (oder umgekehrt) würde ich mich deswegen bezeichnen weil ich früher immer nur in die ferne Zukunft geblickt habe und immer alles sofort verändern wollte, ein Drang, den ich auch heute sehr oft verspüre und auch Gewohnheiten ändere nur um eine Änderung zu haben. Aber ich habe mich auch eingehend mit der Vergangenheit befasst. Wie war es früher? Eigentlich gab es wirklich schöne Zeiten und alte Traditionen und Werte haben auch ihren Sinn, der in dem hektischen Zeitalter langsam verloren zu gehen droht. Deswegen bewahre ich auch die alten Werte. Und erst durch diese Gegensätze konnte ich mich auch auf das Jetzt konzentrieren. Wobei ich da immer noch am seltensten bin.

Kurzgefasst: Ich habe bereits so viele Pole erforscht, dass ich mich nicht mehr dort aufhalten möchte. Es erzeugt nur Aggressionen und Frust.

Wenn es einen Offenheitivismus gäbe, würde ich den wohl praktizieren nur um später den Verschlossenheitivismus detailliert zu erforschen.
Wir sind alle Individuen..... und jetzt mal im Chor nachsagen!

Also ich bin auch Konstruktivist und finde das frisst quasi alle anderen Systeme auf

Subjektivismus hat mir grade überhaupt nichts gesagt und mal eben die wikipedia darüber nachgeschlagen, es greift schon wesentliche konstruktivistische Schwerpunkte auf mit der Wahrnehmung und was Wahrheit ist, aber nicht alles. Zumindest hat mir da einiges gefehlt.

Nach dem radikalen Konstruktivismus gibt es zwangsläufig 3 Punkte an denen sich eine Wahrnehmung verändert, und jeder Mensch sich somit nur eine Abbildung der Realität schaffen kann.

1. Das direkte wahrnehmen ist bereits durch unsere Sensoren eingeschränkt, wir können nur ein bestimmtes Spectrum des Lichtes sehen, bestimmte Frequenzen sind für uns nur hörbar etc.
2. Dann kämen unsere psychologischen Filter ins Spiel, der Mensch neigt ja dazu Dinge ein zu sortieren und Informationen einfach zu ignorieren in der gewaltigen Informationsflut mit der wir ständig bombadiert werden. Üblicherweise sieht man die Dinge shclciht und ergreifend nicht, die nicht zum eigenem Weltbild passen.
3. Wenn man seine Wahrnehmung wieder reflektieren möchte und einem anderen näher bringen verändert man die Information auch wieder mehr oder weniger stark durch unsere begrenzten Ausdrucksmöglichkeit der Sprache - und deim Rezipienten geht es dann wieder von vorne los mit der Wahrnehmung und seinen Tücken.

Das Prinzip kennt man aus dem Kindergarten als Stillle Post-Spielchen, für uns Erwachsenen heißt es nun Medienökonomie =)

Am Ende gibt es nur eine Wahrheit und da es sich da auch nur um eine Abbildung der Realität handelt, ist das lediglich die Abbildung an dem die Mehrheit glaubt.
Du hast ja auch gesagt dass, du dich historisch mit all den Kram beschäftigt hat, ich finde das Christentum bietet da ein super Beispiel.

Alles was nicht zur dem Abbild der Realität, wie es die Kirche vorschlug, passte - wurde ausgelöscht, verbrannt oder eingesperrt. Wahrheiten konnten nur vermittelt werden, die in den Geschichtenraum der christlichen Weltbilds passten, alles andre konnte zwar wirklich passiert sein, war aber eyh egal weil du es nicht aussprechen durftest oder nicht dran glauben durftest ohne ein Ketzer zu sein der kein langes Leben mehr hatte.

Wir alle wissen wie armselig der Journalismus heut zu tage geworden ist und wie sehr die Investigative zu einem Relikt der Vergangenheit wurde. Um so einfacher ist es da dann doch auch anzunehmen, das Stories in der Regel nur erzählt werden, die eyh zu dem passen was die Mehrheit glauben tut.
Grade im Kontext Wikileaks, als die ganzen Medien denen man Seriösität vorgeworfen hat darauf eingeprescht hat ist da mein letztes Stück Anerkennung für diese Branche geschwunden. Schirrmacher sei dank seh ich da aber wieder kleine Lichtblicke ;o)


Jedenfalls egal welche -ismus Strömung man verfechtet und an was man glaubt, wahr ist nur das, woran die Mehrheit am Ende glaubt. Alles was sich ausserhalb dessen bewegt kann richtig sein - bleibt aber irrelevant für die Gesellschaft.


ps: abschließend möcht ich einen meiner Lieblings Autoren dazu zitieren ;P
"There is no truth or falsehood, just dominant processes by which reality is socially constructed. There is no objective reality. There might be a world that has true reality. A world with genuine physics. Llike Newton said or like Einstein said. But because we are in a world that is made out of language we will never ever get to that place from here. The only direction we can move is into the different flavors of the dominant social discourse, or across the grain of the consensus narrative."

Geändert von BabyI'veLostmyPW (25. April 2012 um 14:08 Uhr)
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Alt 29. May 2012, 00:01   #25
Ennosuke männlich
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Eine Frage die ganz und gar nicht einfach zu beantworten ist und dennoch sehr interessant ist. Die meisten Menschen sind sich nicht bewusst welcher Strömung sie sich gerade anschließen, sie tun es einfach. Ich für meinen Teil habe mich mit vielen Philosophen (große und auch kleine), aber auch vielen Religionen (was in meinen Augen Philosophie nur in anderen Gewändern ist) auseinander.

Ich muss sagen, dass mich der klassische Alte Buddhismus, also der auf Siddharta Gautama zurück geht und nicht das was in Tibet gelehrt wird, am meisten zu gesagt hat.
Um es mal etwas runterzubrechen und zu vereinfachen:
Es gibt die vier edlen Wahrheiten:
1. dukkha : Das Leben ist Leidvoll
2. samudaya: Das Leid wird durch Gier, Hass und Verblendung erzeugt
3. nriodha : Erlischen die Quellen erlischt das Leid
4. magga: Das Erlischen erreicht man durch den edlen achtfachen Pfad

Jedes Lebewesen ist dem ewigen Kreislauf (samsara) aus Tod und Wiedergeburt unterworfen. Nur ein Leben ohne Spuren, ein Leben in neutralem Karma kann diesen Kreislauf durchbrechen und man kommt ins Nirwana.
Dabei ist aber zu beachten, dass man den Zustand des Erwachens auch schon während des Lebens erreichen kann. Der einzige der das aber bisher schaffte war Siddhara Gautama aka Buddha (Erwachter).

Für mich ist es einfach diese Neutralität, die das Handeln optimalerweise haben sollte, etwas, das mich an den Buddhismus fesselt. Es wird kein Extrem gepredigt, sondern der mittel Weg. Weger Akese noch Übermaß sind das Ziel, sondern das Optimum. Auch die "Versenkung" od. samadhie (im Grunde Meditation) haben mir schon sehr geholfen.





Das Problem der Menschen ist doch oftmals, dass selbst die weisesten unter uns es nicht schaffen die Gesamtheit zu erfassen. Schon die eigenen Umstände sind den meisten zu viel und es entgehen einem kleinere und dennoch wichtige Dinge. Dabei ist es egal welchem -ismus man angehört. So sage ich selbst, dass der Buddhismus nicht der letzte Schluss ist oder sein kann, denn dort fehlt einfach noch zu viel. Aber was genau, kann ich nicht sagen und es auch nicht hinzufügen.

Ich hoffe mein Gescheibsel macht Sinn, denn ich habe es einfach runtergeschrieben.


Grüße Enno
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Alt 29. May 2012, 00:27   #26
Jago männlich
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Zitat:
Das Problem der Menschen ist doch oftmals, dass selbst die weisesten unter uns es nicht schaffen die Gesamtheit zu erfassen. Schon die eigenen Umstände sind den meisten zu viel und es entgehen einem kleinere und dennoch wichtige Dinge. Dabei ist es egal welchem -ismus man angehört. So sage ich selbst, dass der Buddhismus nicht der letzte Schluss ist oder sein kann, denn dort fehlt einfach noch zu viel. Aber was genau, kann ich nicht sagen und es auch nicht hinzufügen.
Der Punkt ist, dass das Verlangen nach dem Unbekannten, nach der Erklärung des Unklärbaren den Menschen wohl schon immer innewohnte. Es tritt besonders dann heraus, wenn der Mensch Zeit hat sich auf den Weg zu machen. Dies schlägt sich in den großen Utopien (Campanella, Utopia, Atlantis, Weltraum). Das Unbestimmte, was dem Menschen fehlt bleibt wohl ewig das Unaussprechbare.

Aus diesem Grund gibt es im Grunde nur die Möglichkeit zu Vereinfachen. Das ist die Geburt der Religionen, die das Mythologische der Welt erklären. Dabei stabilisieren sie sich, werden starr und verlieren schließlich ihre Aufgabe und ihren Zweck. Neue Ufer gilt es zu erobern; neue Kontexte bedürfen neuer soziale Erscheinungen.

Daher denke ich, dass es an der Zeit ist zu überprüfen, was heute die Vereinfachungen, die religiösen und mythologischen Elemente der Jetztzeit sind. Erst dann würde deutlich werden: Viel hat sich nicht verändert; aber die alten Religionen benötigen wir nicht mehr. Höchstens aus Gründen der Tradition.

Am Buddhismus stört mich übrigens, daß auch er nicht ohne Tautologie auskommt. Um dem Menschen einen Mittelweg anzubieten, bedarf die Lehre trotzdem einen Heiligen, der dadurch extrem ist, als daß er der einzige Mensch ist, der die höchste Stufe der Weisheit erklommen hat. Es braucht somit den Heiligen, um die Heiligkeit des Weges zu offenbaren.
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Alt 29. May 2012, 03:08   #27
Xenu männlich
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Zitat:
Zitat von bumble bee Beitrag anzeigen
religion und glaube sind auch nichts für mich.
schon als kleinkind war ich resistent gegen den glauben an den lieben gott.
nachdem ich mit fundamentalen christen zur schule gegangen bin, ist meine abneigung noch gewachsen.
Religion und Glaube sind nicht unbedingt eins. Religion ist eine Form des Glaubens.
Man kann auch an den Menschen glauben, an die Mathematik, Unsterblichkeit, Gesundheit, Frieden usw..
Also Ziele, die unmittelbar nicht zu erreichen scheinen, aber mittelbar durch die Handlungsbereitschaft automatisch angestrebt werden.

Ich glaube sich auf eine Strömung festzusetzen lähmt den kreativen Geist. Bei Strömung denke ich erstmal an einen Fluss, der sich seinen Weg bahnt und dann ewig diesen Weg fließt.
Strömung kann jedoch auch Wind sein. Und Wind kann überall strömen, ob von links nach rechts, oben nach unten, vorne nach hinten, schnell oder langsam, brutal oder sanft, oder auch gar nicht.

Ich glaube es ist sinnvoll wegzukommen von "was ist besser als"..
Wichtig ist es darüber nachzudenken was "gut" ist.
Den Mut haben Meinungen, von denen man ewig überzeugt war auch ablegen zu können. Keine Angst davor zu haben, als wankelmütig abgestempelt zu werden, sondern auch sagen zu dürfen: "So habe ich das noch nie gesehen. Vielleicht habe ich bisher mein gesamtes Leben falsch gelebt."

Wenn man sich lediglich einer Strömung anschließt, schafft man es nicht, den Wind zu spüren.
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Alt 30. May 2012, 15:27   #28
<°}}}< männlich
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Zitat:
Zitat von BabyI'veLostmyPW Beitrag anzeigen
Am Ende gibt es nur eine Wahrheit und da es sich da auch nur um eine Abbildung der Realität handelt, ist das lediglich die Abbildung an dem die Mehrheit glaubt.

Jedenfalls egal welche -ismus Strömung man verfechtet und an was man glaubt, wahr ist nur das, woran die Mehrheit am Ende glaubt. Alles was sich ausserhalb dessen bewegt kann richtig sein - bleibt aber irrelevant für die Gesellschaft.
warum sollte das, an was die herde der gesellschaft glaubt, denn wahr sein?
früher hat jeder geglaubt, die erde wäre flach.
im dritten reich hat auch jeder den rassenblödsinn von hitler und goebbels geglaubt.
woran die mehrheit der leute glaubt weiss ich nicht. vielleicht an garnichts, vielleicht an den konsum, vielleicht daran, sich dem mainstream so weit wie möglich anzupassen.

wenn man wirklich auf der suche nach einer "wahrheit" ist, dann muss man diese gesellschaftlichen trends ausblenden, um dann eine wahrheit zu finden.

oder anders ausgedrückt - irelevant ist die gesellschaft, nicht nur das, was sie glaubt.

natürlich gilt dann diese wahrheit nur für einen selbst, eine universelle gibt es nicht.
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Alt 30. May 2012, 15:51   #29
Sokrates männlich
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Zitat:
Zitat von <°}}}< Beitrag anzeigen
natürlich gilt dann diese wahrheit nur für einen selbst, eine universelle gibt es nicht.
Den Satz beten viele Leute herunter, doch die Wenigsten handeln auch danach. Leider...
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Alt 30. May 2012, 17:34   #30
-LD-Silencer männlich
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Wenn Religion glauben ist dann muss ich mich fragen an was ich glaube?

Ich glaube an kein übernartürliches wesen. ich glaube an keine menschheit, frieden wird es solange es den menschen gibt sowieso nie geben, nagut mathe ist was nettes, hab ich schon recht gern damit kann man viel verstehen. Aber als "glauben" wird ich das jetzt nicht bezeichnen. Irgendwie bin ich mir sicher das der mensch für sein eigenes aussterben selbst verantwortlich sein wird. Ich habe die hoffnung das ich wenn ich sterbe mich das nichts erwartet. kein gedanke, kein gefühl, keinerlei sinneseindrücke. der rest würde mich doch sehr verwirren. Ich bewundere menschen wie Gandhi, King, Tenzin Geitzo,oskar schindler, geschwister scholl.... und weitere

Aber ist da für mich eine religion? sehe ich leider nicht.

Bis dahin lebe ich als Moralischer einzelgänger. Keine Gruppe die mich aufnimmt, abgesehen der arbeitskollegenund,freunde und familie.

Ich kann verstehen das es menschen hilft einer solch großen institution anzugehören wie einer "Weltreligion".

obwohl die zwei werde ich mir wohl echt hinter die ohren schreiben.

Zitat:
1. dukkha : Das Leben ist Leidvoll
2. samudaya: Das Leid wird durch Gier, Hass und Verblendung erzeugt
obwohl ja auch nichts neues. aber nun ein begriff dafür zu haben ist auch ganz nett.
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Alt 30. May 2012, 23:09   #31
Jago männlich
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Zitat:
Zitat von moodle Beitrag anzeigen
Den Satz beten viele Leute herunter, doch die Wenigsten handeln auch danach. Leider...
Ja, es ist in Mode gekommen alles relativ und skeptizistisch sehen zu wollen. Wer dann noch eine Prise Konstruktivismus beimischt, der erhält einen schönen Cocktail, der der Neu-humanen Welt gut passen mag. Aber letztendlich ist das nur eine Maske, die vor der eigenen Vorurteilsstruktur, den eigenen Normen und der eigenen Universalität schützen soll. Dabei ist es genau anders herum: Vorurteile sind gut, sie machen aus etwas Undifferenziertem einen Menschen und vermitteln das Gefühl des eigenen Kenntnisstandes, Normen sind wichtig, sie vermindern Komplexität und Universalität lässt uns selbstbewusst sein.

Zitat:
wenn man wirklich auf der suche nach einer "wahrheit" ist, dann muss man diese gesellschaftlichen trends ausblenden, um dann eine wahrheit zu finden.
Wie wenig (soziale) Dinge wahr sind, zeigt sich mit einem Blick durch diverse theoretische Brillen. Unvereinbarkeit, praradox; das ist sozial. Das ist aber nicht weiter schlimm: Die Welt funktioniert, Gesellschaft funktioniert. Alles andere sind Systemfragen, die aber nicht an den Grundfunktionen rütteln.
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Jago ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 4. June 2012, 23:23   #32
Ennosuke männlich
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Zitat:
Zitat von Jago Beitrag anzeigen
Am Buddhismus stört mich übrigens, daß auch er nicht ohne Tautologie auskommt. Um dem Menschen einen Mittelweg anzubieten, bedarf die Lehre trotzdem einen Heiligen, der dadurch extrem ist, als daß er der einzige Mensch ist, der die höchste Stufe der Weisheit erklommen hat. Es braucht somit den Heiligen, um die Heiligkeit des Weges zu offenbaren.
Dann verstehst du meiner bescheidenen Laien Meinung nach etwas falsch, denn Buddha ist nicht heilig und jeder kann zum Buddha werden. Es ist bisher nur einer bekannt der das schaffte und auf Grund seiner Erfahrungen und Lehren solle jeder seinen Weg ins Nirwana finden.

(Achja und was meinst du in diesem Zusammenhang mit Tautologie? Ich kenne es aus der Logik und dort ist es eine Aussage die egal welchen Wert die Bestandteile haben immer Wahr ist)

@Silencer: Im Grunde ist jede Religion, egal ob es Judentum ,Christentum, Islam, Buddhimus, Hinduismus etc. pp. nichts anderes als der Versuch aus dem Menschen ein besseres Wesen zu machen, dem Leben einem Sinn zu geben und ihn zu leiten. Eine Religion sollte den Menschen aber zu nichts zwingen oder auf starre Formen beharren. Ob ich nun alleine für mich den Lehren folge oder in eine Kirche o.ä. gehe ist doch im Grunde egal.

Religionen geben den Menschen etwas, dass sie sonst im Leben nicht finden: Halt, Geborgenheit, Zuflucht und Schutz. Es ist einfacher zu glauben, dass ein übernatürliches Wesen mit einem Plan die schlimmen Dinge hat geschehen lassen, damit etwas bestimmtes passiert. Achja wer es nicht merkt ich rede so eben von den Religionen mit Göttern.

Ich bin für meinen Teil froh mit meinem Ismus, wobei ich nicht ausschließe, dass sich dies irgendwann ändert, denn neben dem Wissen oder Glaube, dass meine Taten eine Folge haben (Wiedergeburt), habe ich durch die Mönche ein paar Dinge gelernt, die ich so wahrscheinlich nie gelernt hätte. Denn auch das ist ein Teil eines Ismus, dass man neue Dinge erfährt, die man sonst nie gemacht hätte. Aber eigentlich wollte ich ein Ende finden:

Ismen (ist das der Plural?) und Religionen sind für uns Menschen eine Stützte im Leben und sollten auch niemals ganzheitlich unser Denken bestimmen, denn sonst geschehen noch schlimmere Dinge als so schon, dann aber im Namen der Religion und vom Obersten genehmigt. Ansonsten sind sie meist etwas Gutes.
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Alt 5. June 2012, 18:15   #33
-LD-Silencer männlich
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ich sehe nur das sich menschen wegen religion die köpfe einschlagen. muss das sein? gibt doch schon genug probleme auf der welt. die religion kann die nicht ab an dem ort. da vertragen sich nie diese mit jenen. find ich schlimm. und mag da auch nicht reingezogen werden. Manchmal so beim zappen fall ich über die religions sender. Bibeltv und weiteres. da auch nur länger als 5 min zuhören bringt mir derart kopfschmerzen ein! da kann ich echt nicht mit machen. geht nicht!

weiß nicht was ich bräuchte. Etwas ruhe, mehr gelassenheit, disziplin. mit "aberglauben" kann ich nichts anfangen. dieses geseiere von jesus klingt nach "der himmel ist grün du musst nur daran glauben" ich sag mir "junge wenn der himmel grün ist, dann mach ich mir leicht sorgen"

Wiedergeburt? bitte lass das mal. also wenn ich was nicht möchte dann das. next time wird noch schlimmer? mir reichte dieses eine mal danke. ist auch lang genug. Also ich bin jemand ich freu mich schon etwas auf ruhe. wenn sie mir alle mal die füsse kratzen können!

ein leben danach wäre garnicht möglich für mich. wenn da jemand am tor steht und sagt er wäre für mein leben verantwortlich geb ich ihm eins in die fresse und sag "selber schuld".

die erkenntnis der wiedergeburt wäre ein grund zum suizid. vielleicht wenn ich schaffe ins baby zu sterben bin ich erlöst.
ne wiedergeburt wärs nicht. und jetzt kommt mir nicht "ich wäre so gerne ein schmetterling" klar so ein dummes viech was immer vor vögeln aufpassen muss und am ersten tag des schmetterlings da seins an eine lkw scheibe klatscht. oder gefangen und ausgestopft wird wer sich ein Bär wünscht
und nochmal mensch sein? die niedrigste lebensform von allen? ich mein eine ameise hat ein besseres sozialwesen wie wir. was sagt das wohl über uns aus?

ich sag mir lieber. mich gibt es nur dieses eine mal. ich kann versuchen das beste draus zu machen, nicht nur für mich auch für die, denen ich was bedeute. wenn meine zeit um ist dann wars das.
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Geändert von -LD-Silencer (5. June 2012 um 18:16 Uhr)
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Alt 5. June 2012, 19:18   #34
Sokrates männlich
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Eine Unterscheidung ist hier dringend notwendig.

Den Glauben an sich finde ich sehr lobenswert. Zumal es keine Validierung für irgendeine Theorie gibt, egal ob es um die kleinsten Teilchen des Seins oder um den Ursprung eben jenen geht. Zu behaupten, dass das Universum mit dem Urknall entstanden ist, ist wissenschaftlich ebenso valide wie die Behauptung, dass ein omnipotentes Wesen das Universum geschaffen hat. Solange eine Theorie den Beobachtungen und Messungen nicht widerspricht, ist sie nicht ungültig. Aber jede Theorie, die nicht ungültig ist, ist möglich, somit kann es auch fünf Theorien zu einem Gebiet geben, wie es in der Physik oder der Chemie üblich ist, und alle ihre Gültigkeit besitzen. Ebenso ist eine Erklärung, die nicht den wissenschaftlichen Gütekriterien entspricht, sofern es keine Widersprüche gibt, potenziell gültig.

Wenn aus dem Glauben jedoch eine Institution wird, dann ist sie gewissen Strukturen unterworfen und die können das Konstrukt verderben. Der Glaube an eine Rettung aus dem All mag für einzelne Leute tröstend sein und rein wissenschaftlich gesehen kann es auch nicht widerlegt werden, doch was daraus gemacht wurde, welche Institution damit in Verbindung steht, das ist etwas ganz Anderes. Auch die oft kritisierte Kirche hat Vor- und Nachteile, die hängen aber nicht mit den Menschen, die an den katholischen Gott glauben, zusammen.

Im übrigen ist es egal ob man daran glaubt, dass man wiedergeboren wird und deswegen das Leben gut lebt um im nächsten Leben nicht eine niedere Lebensform zu werden (plakativ ausgedrückt, es geht hier nur um das Prinzip warum man das Leben positiv gestalten will) oder ob man glaubt, dass dieses Leben das Einzige ist und man nur diese Chance hat einen positiven Einfluss auf die Welt zu haben. Wenn man Positives tun möchte (oder zumindest sich das einredet), dann findet man in jeder Glaubensrichtung den passenden Grund. Und kein Glaube ist hier auch ein Glaube. Wenn ich nicht an Gott, sondern an die Wissenschaft glaube, dann gibt es andere Determinanten, doch die selbe Welt und die gleichen Werte in der Gesellschaft. Die werden nicht durch den Glauben bestimmt, sondern durch die Gesellschaftsstrukturen. Früher waren diese durch kirchliche Werte geprägt. Selbst die Menschen ohne religiösen Glauben waren diesen Werten unterworfen, da sie Teil der Gesellschaft waren. Also hat der Glaube der einzelnen Menschen im Endeffekt nichts mit den Umgangsformen zu tun.

Ich habe den Faden verloren. Vielleicht schreibe ich später noch etwas dazu bzw. antworte auf Reaktionen auf diesen Text.
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Geändert von Sokrates (5. June 2012 um 19:19 Uhr)
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Alt 5. June 2012, 23:46   #35
Kücken
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Ich glaube an den Weihnachtsmann und die Zahnfee...
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Alt 6. June 2012, 03:02   #36
Xenu männlich
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Im übrigen ist es egal ob man daran glaubt, dass man wiedergeboren wird und deswegen das Leben gut lebt um im nächsten Leben nicht eine niedere Lebensform zu werden (plakativ ausgedrückt, es geht hier nur um das Prinzip warum man das Leben positiv gestalten will) oder ob man glaubt, dass dieses Leben das Einzige ist und man nur diese Chance hat einen positiven Einfluss auf die Welt zu haben.
Das würde ich nochmal überdenken.
Stichwort in
- Philosophie: Idealismus
- Psychologie: Motiv --> Motivation
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Alt 6. June 2012, 08:51   #37
Jago männlich
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Zitat:
Dann verstehst du meiner bescheidenen Laien Meinung nach etwas falsch, denn Buddha ist nicht heilig und jeder kann zum Buddha werden. Es ist bisher nur einer bekannt der das schaffte und auf Grund seiner Erfahrungen und Lehren solle jeder seinen Weg ins Nirwana finden.

(Achja und was meinst du in diesem Zusammenhang mit Tautologie? Ich kenne es aus der Logik und dort ist es eine Aussage die egal welchen Wert die Bestandteile haben immer Wahr ist)
Tautologisch angehaucht ist dies: Der Buddhismus führt zur - nennen wir es so - Seeligkeit. Warum kann er das von sich sagen? Weil es einen Menschen (Siddhartha Gautama) geschafft hat und seelig wurde. Warum wurde er das? Weil er den Buddhismus lehrte und lebte. Heißt: Der Buddhismus führt zur Seeligkeit.
Am Anfang von Religionen steht stets eine solche Aussage, eine Aussage, die nicht zu widerlegen ist, eine Aussage die das irdische Tun in Verbindung mit der Überwelt oder der Innerwelt stellt.

Zitat:
Ismen (ist das der Plural?) und Religionen sind für uns Menschen eine Stützte im Leben und sollten auch niemals ganzheitlich unser Denken bestimmen, denn sonst geschehen noch schlimmere Dinge als so schon, dann aber im Namen der Religion und vom Obersten genehmigt. Ansonsten sind sie meist etwas Gutes.
Da machst Du einen alten Graben wieder auf. Ist der Mensch gut oder schlecht? Je nachdem, welche Antwort man gibt, hat die Religion einen anderen Zweck.
Religion kann heute vielleicht als Stütze genutzt werden, letztendlich ist Religion aber nicht so angedacht. Keine von den großen Religionen und eine jede hat sich in ein starres Gewand verfestigt. Das hat soziologische Hintergründe (vgl. Weber 1972).

Zitat:
- Philosophie: Idealismus
- Psychologie: Motiv --> Motivation
Wenn ich das recht sehe, dann ist muß ich sagen: Idealismus ist nur eine von vielen Strömungen. Psychologie hat im Fokus "Motive", jedoch in stets anderer Gewichtung. Motiv ist somit auch ein Hilfkonstrukt.
__________________
Es grüßt,
Ein Deutscher
- Wir sind Zukunft -

Konservativ, konsequent und kollegial
Deutschland und Europa am Scheideweg - Schaut hin!
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Alt 7. June 2012, 15:36   #38
BabyI'veLostmyPW männlich
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Beiträge: 18
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Zitat von <°}}}< Beitrag anzeigen
warum sollte das, an was die herde der gesellschaft glaubt, denn wahr sein?
früher hat jeder geglaubt, die erde wäre flach.
im dritten reich hat auch jeder den rassenblödsinn von hitler und goebbels geglaubt.
Ja eben, welche BEispiele gibts besser dafür, das zu den Zeiten alles unwahr war, was sich ausserhalb diesen Weltbild bewegt hat. Du konntest behaupten die Erde wäre flach oder die Juden sind nicht besser oder schlechter als wir, aber das hätte dir eyh keiner geglaubt und war scheinlich wärst du für diese Aussage deines Lebens nicht mehr froh geworden.
Das gleiche passiert doch heutzutage immernoch, nur sind in "zivilisierten" Spheren die Konsequenzen nicht so derb, dann bist du halt nur der olle Verschwörungstheoretiker den man nicht Ernst nehmen kann.
Was ist mit dem 11. sep, was war mit der Mondlandung? Es gibt nunmal hinlänglich dokumentierte Zweifel, ob zurecht oder nicht werden wir aber nie erfahren , und es ist eigentlich auch egal, weil die chance dass die Mehrheit die "neue Wahrheit" glauben könnte ist viel zu gering.
Nur so Themenkomplexe wie Peak Oil zeigen, dass sich solche ehemaligen VErschörungstheorien als "die Wahrheit" entpuppen können bzw. auch dem nahe kommt was wirklich passierte.

Und frage mal deine Eltern wie es vor dem Internet war zur Meinungsvielfalt und "Verschwörungstheorien" ? Da gab es einmal um viertel nach 8 eine massenhafte Gehirnwäsche und am nächsten tag hatte jeder sein Weltbild entsprechend dem was in der Tageschau gezeigt wurde, das war die Wahrheit.
Und wieviele Wahrheiten hat seitdem Wikileaks nicht zerschmettert? Schonmal in den Depeschen geforstet? Selbst wenn viele munkelten die Ami Politik ist nicht so sauber, und dieses Unternehmen oder jene Bank arbeitet da haarscharf am tolerierbaren saßen hinterher mit aufgeklappter Kinnlade da "wtf !? soweit sind die wirklich gegangen! "



Zitat:
Zitat von <°}}}< Beitrag anzeigen
woran die mehrheit der leute glaubt weiss ich nicht. vielleicht an garnichts, vielleicht an den konsum, vielleicht daran, sich dem mainstream so weit wie möglich anzupassen.
Na z.b. nehmen wir alle an, das in westlichen Demokratien Gerechtigkeit herrscht. Klar glauben wir das nicht alles optimal läuft ,und hier und da auch Korruption und andre Schmierfinken Erfolg haben aber nicht in dem ausmaße das grob fahrlässige Dinge für die Gesellschaft passieren. Und was hat uns das kapitalistische Bankensystem in den letzten 4 Jahren gelehrt? Das genau diese Annahme den moralisch bankrotten Leuten genau den Spielraum gegeben hat soviel Mist verzapfen zu können.

Zitat:
Zitat von <°}}}< Beitrag anzeigen
wenn man wirklich auf der suche nach einer "wahrheit" ist, dann muss man diese gesellschaftlichen trends ausblenden, um dann eine wahrheit zu finden.

oder anders ausgedrückt - irelevant ist die gesellschaft, nicht nur das, was sie glaubt.

natürlich gilt dann diese wahrheit nur für einen selbst, eine universelle gibt es nicht.
Aber wie willst du deine eigene Wahrheit finden, wenn du begrenzt in deiner Wahrnehmung bist, und als menschliches Individum neue Erkenntnisse schlecht von deinem Weltbild oder deiner Meinung subtrahieren kannst
Ausserdem, selbst wenn du einer sein solltest, der zu jedem Thema lange ausführlich recherchiert und sich auch gerne mal die wissenschaftlichen Dokumentationen Seite für Seite genau durch liest, du hast doch als Mensch das Bedürfnis dich auszutauschen, und besonders mal auch Sachen zur Sprache zu bringen die dich sehr aufregen. Noch nie in nem SPiegel artikel was gelesen wovon du viel Ahnung hattest und dir dachtest "naja im groben ist das zwar nicht falsch, aber im detail doch ganz doll daneben oder hat zumindest nicht viel mit den Kernpunkten zu tun "

Allein was sich da psychologisch abspielt ist ein riesiger Prozess. So ein umkrempeln des eigenen Weltbildes führt unweigerlich zur Selbstreflexion und Hinterfragungen," wie konnte man blos all die Jahre was anderes glauben? Und was tu ich jetzt, zeig ich jetzt die Banker an, lasse ich da überhaupt noch mein Geld hinbringen? muss ich jetzt nicht wenigstens zu den Demos hingehen?" Das wären eigentlich alles nicht ganz unlogische aber dafür unbequeme Konsequenzen, auf sowas haben die meisten auch einfach kein Bock


Historisch wird einem das viel besser klar, besonders wenn man sich mit kriegshistorien widmet, das ist eine Geschichtsschreibung die üblicherweise den Sieger zugeteilt wird. Wer kennt schon alles die Mindermeinung? wer will schon wissen was die Allierten und die Russen so an Krigesverbrechen getan haben? Das findest du da überall, die Ästhetik des Widerstands greift das u.a. auch nett auf.
BabyI'veLostmyPW ist offline   Mit Zitat antworten
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